Weiß, Volker
Die autoritäre Revolte Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes
Buch

Geschichte, Entwicklung, Autoren, Verlage und Publikationen der rechten Szene seit 1945.


Rezension

Volker Weiß setzt sich mit den Ursprüngen der Neuen Rechten auseinander. Er ist ein intimer Kenner dieser autoritären Gruppierungen, ihrer Institutionen und Propagandisten. Ihr Gedankengut, so seine These, ist in Wahrheit in Deutschland niemals untergegangen, blieb aber eher verschwiegen bis etwa zur Publikation von Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab" und der Gründung der AfD 2013. Der spontane Erfolg der Partei erklärt sich aus der längst bestehenden Bereitschaft bürgerlicher Kreise, unsere bestehende liberal-demokratische Republik zu verneinen. Die "schweigende Mehrheit" mit ihrer nationalistischen und fremdenfeindlichen Gesinnung war nicht plötzlich entstanden, sondern nur salonfähig geworden. Ein ausführliches Kapitel widmet Weiß dem durch die Rechte weitgehend missbrauchten Begriff "Abendland". Ursprünglich christlich und europäisch konnotiert, dient ihr Abendland vorwiegend der Verbreitung antiislamischen Gedankenguts und der Verunglimpfung Andersdenkender.

Hier ist ein komplexes Thema mit genauester Kenntnis der historisch-politischen Quellen zu einer gut lesbaren und äußerst kenntnisreichen Gesamtschau zusammengefasst.

Rezensent: Barbara von Korff-Schmising


Personen: Weiß, Volker

Schlagwörter: Populismus Neue Rechte Abendland

Weiß, Volker:
Die autoritäre Revolte : Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes / Volker Weiß. - Stuttgart : Klett-Cotta, 2017. - 303 S. ; 19 cm
ISBN 978-3-608-96326-7 kt. : EUR 9.95

Zugangsnummer: 2014/7384
Staat, Politik - Signatur: Sa Wei - Buch