Rezension
In einer kleinen Universitätsstadt im amerikanischen mittleren Westen, lebt Elisabeth Bergmann, ein "Krautgirl", das hier jeder nur Liz ruft. Sie hat nach der gescheiterten Ehe mit einem Amerikaner eine befristete Stelle als Dozentin für "creative writing" angenommen und widmet sich in ihrer Freizeit eigenen schriftstellerischen Arbeiten. Obwohl sie viele Studenten und Dozenten kennt und sich auch häufig mit ihnen trifft, hat sie zunehmend das Gefühl, immer mehr zu vereinsamen, sich immer mehr zurückzuziehen, umd sich intensiver mit ihrer familiären Vergangenheit auseinander zu setzen. Warum schweigt ihre Mutter, wenn Liz Fragen nach ihrer Großmutter Lina stellt, der sie doch so ähnlich sehen soll? Welche tragische Verbindung gibt es zwischen Liz' Geburt und Linas Tod? Heins (zuletzt "Scirocco": BA 1/01) neuer Roman knüpft an ihr fulminantes Debüt "Der Blick durch den Spiegel" (BA 7/98), ist ein besonderes Leseerlebnis voller Poesie, Spannung, sprachlicher Virtuosität ohne abgehobene intellektuelle Attitüde und gleichzeitig der bewegende Entwicklungsroman einer sensiblen Frau. Sehr empfehlenswert.
Personen: Hein, Christa
HEIN
Hein, Christa:
Vom Rand der Welt : Roman / Christa Hein. - 1. Aufl. - Frankfurt am Main : Frankfurter Verl.-Anst., 2003. - 451 S. ; 22 cm
ISBN 978-3-627-00100-1 fest geb. : EUR 24,00
HEIN - sch. Lit.Erw