Énard, Mathias
Kompass ; Roman
Belletristik Erw.

In einer schlaflosen Nacht erinnert sich ein Wiener Musikwissenschaftler an seine unerfüllte Liebe zu einer französischen Orientalistin, mit der er die Begeisterung für den Orient teilt. Wissenschaftliche Exkurse nehmen einen breiten Raum ein. Énards neues Werk, mit dem Prix Goncourt gekrönt und in den Feuilletons ähnlich gelobt wie sein "Zone" (ID-B 3/11), setzt sich mit der vielschichtigen Beziehung zwischen Orient und Okzident auseinander, wobei es weit in die Geschichte zurückgreift, aber auch aktuelle Ereignisse nicht ausspart. Im Mittelpunkt der Handlung steht der österreichische Musikwissenschaftler Franz Ritter, der von seinem Arzt eine beunruhigende Diagnose erfahren hat und sich nun in einer schlaflosen Nacht dem Fluss seiner Erinnerungen hingibt. Er denkt an die eher platonische, unerfüllte Beziehung zu der französischen Wissenschaftlerin Sarah, mit der er die Begeisterung für den Orient seit den Studientagen teilt. Er rekapituliert Forschungsreisen, macht Station in Teheran, Damaskus und später in Indien. Breiten Raum nehmen wissenschaftliche Exkurse ein, was vom Leser Geduld erwartet und die entsprechende Bereitschaft darauf einzugehen. Belohnt wird er mit einem sowohl literarisch als auch geisteswissenschaftlich hervorragendem Buch, das zudem in der aktuellen politischen Diskussion wichtige Grundlagen bietet.

Freigegeben ab 16 Jahren.


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Interessenkreis: Naher Osten

Énard, Mathias:
Kompass : ; Roman / Mathias Énard ; aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. - München : Hanser Berlin, 2016. - 427 Seiten ; 22 cm
Einheitssacht.: Boussole
ISBN 978-3-446-25315-5 fest geb. : EUR 25.00

0026650001 - R 11 - Signatur: R 11 Ena - Belletristik Erw.