Hess, Annette
Deutsches Haus ; Roman
Schöne Literatur

Roman über den ersten Auschwitzprozess in Frankfurt. Frankfurt 1963. Die 24-jährige Wirtstocher Eva Bruhns steht kurz vor der Verlobung mit Jürgen Schoormann, dem Erben eines Versandhauses. Eva arbeitet als Übersetzerin und Dolmetscherin für Polnisch. Sie wird mitten aus einem sonntäglichen Familienessen gerufen, um eine Zeugenaussage zu übersetzen. Es geht um den ersten Auschwitzprozess. Eva ist verstört und tief erschüttert von den Erlebnissen der KZ-Überlebenden. Ihre Eltern und ihr Verlobter wollen sie von der Arbeit fernhalten, vorgeblich, um sie zu schützen. Aber Eva sträubt sich dagegen. Je mehr sie in den Prozess involviert wird, umso mehr taucht sie in ihre Kindheitserinnerungen ein und entdeckt die Lebenslügen ihrer Eltern. Die gesellschaftliche Atmosphäre der 60er Jahre ist sehr gut beschrieben. Die Verdrängung der Erinnerung an die Nazidiktatur und den Holocaust und die subalterne Rolle der Frau prägten diese Jahre. - Es handelt sich um den ersten Roman der Autorin, bisher hat sie erfolgreich Drehbücher für zeitgeschichtliche Fernsehserien geschrieben ("Weissensee", "Kudamm 56", etc.). Das Buch fußt auf sehr genauer Recherchen. Die Protagonisten sind vielschichtige und interessante Charaktere. Sehr empfehlenswert!


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Interessenkreis: Geschichte

Hess, Annette:
Deutsches Haus : ; Roman / Annette Hess. - 1. - Berlin : Ullstein, 2018. - 365 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-550-05024-4 fest geb. : 20,00

0010761001 - 1 - Signatur: 1 Hess - Schöne Literatur