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Buchtipp: „Liv“ von Kevin Kuhn

Der rasant erzählte Doppelroman dreht sich um die junge internetaffine Israelin Liv und um Franz, der im Berlin der Zwanzigerjahre lebt.

Kevin Kuhn verschränkt in seinem zweiten Roman (nach „Hikikomori“ von 2012) zwei Geschichten aus zwei Jahrhunderten. Den weitaus größeren Anteil bestreitet Liv, eine junge Israelin des 21. Jahrhunderts, die sich auf Weltreise begibt, um dem Militärdienst zu entgehen. Sie ist ein „digital native“, ortsungebunden und via Smartphone mit ihren Freunden und Verwandten immer verbunden. In ihren Blogs erhöht sie stetig die Zahl ihrer Follower, bis sie ihre Selbstentblößung via Livestream übertreibt und zur Gejagten wird. Parallel dazu wird die Geschichte von Franz erzählt, einem jungen Mann, der im Berlin der Roaring Twenties lebt und mit seiner Leica das glitzernde Nachtleben festhält.

Die Geschichten werden abwechselnd wiedergegeben, wobei Livs Kapitel in der dritten Person in der Vergangenheitsform erzählt werden, während Franz selbst im Präsens erzählt. Das gibt seiner Geschichte Witz und eine Unmittelbarkeit, die den zeitlichen Abstand vergessen lässt. Beide Geschichten erscheinen ganz und gar eigenständig, doch sind sie durch das Motiv des Fotografierens verbunden und durch die jeweils eingreifenden Neuerungen ihrer Zeit: Elektrizität bzw. virtuelle Welt. –

 

Medientipp

Archipel

Mahlke, Inger-Maria
Cover des Mediums: Archipel

Die Autorin beginnt mit der Gegenwart und geht ihr Thema retrospektiv an. Tourismus und Investitionen sind der äußere Rahmen für das Ehepaar Ana und Felipe. Eine Klammer tief in die Vergangenheit i...

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Der Literaturkreis bespricht am 29. Januar 2019 Paolo Cognettis Roman "Acht Berge". Beginn 20 Uhr.

Acht Berge

Cognetti, Paolo
Cover des Mediums: Acht Berge

Ein im Aostatal angesiedelter Roman um eine über dreißig Jahre dauernde Männerfreundschaft, die um die Frage kreist, welches Lebensmodell für wen das richtige sein könnte.