Kim, Anna
Geschichte eines Kindes Roman
Buch

1953 wird Daniel als uneheliches Kind geboren und direkt zur Adoption freigegeben - ein Roman zwischen zwei Zeiten.


Rezension

Bei ihrem Aufenthalt in Wisconsin, USA mietet die österreichische Autorin Franziska ein Zimmer bei Daniels Frau Joan und erfährt auf diese Weise von Daniels Geschichte: Nach seiner Geburt ist die Vaterschaft ungeklärt, der Verdacht, dass Daniel nicht weiß sein könnte steht im Raum. Sozialarbeiterin Marlene Winckler versucht mit allen Mitteln die Herkunft zu klären - angetrieben wird sie dabei von rassistischen Ideen und Empathielosigkeit. Ihre Suche findet auch formalen Widerhall: Der Handlungsstrang wird komplett im Stil einer Aktendokumentation erzählt, durchwoben von der Frage nach Identität und Rassismus. Durch die Zeiten hindurch bleibt dieses Problem bestehen: Auch 2013 wird Franziska, deren asiatische Mutter sie verließ, immer wieder mit Fremdzuschreibungen und Deutungen konfrontiert. Der unter allem schwelende Rassismus sowie schwierige Mutter-Kind-Beziehungen machen "Geschichte eines Kindes" zu einer komplexen, stellenweise emotional kaum erträglichen Lektüre.

Achtung: Im Vorwort ordnet die Autorin die Verwendung von diskriminierender Sprache zwar ein - die Lektüre wird dadurch jedoch nicht einfacher. Für anspruchsvolle Leser*innen.

Rezensent: Sofie Fiebiger


Personen: Kim, Anna

Schlagwörter: Rassismus Herkunft Mutter-Kind-Beziehung

Kim, Anna:
Geschichte eines Kindes : Roman / Anna Kim. - Berlin : Suhrkamp, 2022. - 221 S. ; 22 cm
ISBN 978-3-518-43056-9 geb. : EUR 23.00

Zugangsnummer: 2015/1960
Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik, Sammlungen - Signatur: Kim - Buch