Schreiber, Claudia
Goldregenrausch Roman
Buch

Zwei Frauen solidarisieren sich, gemeinsam gegen ihre gewalttätige Verwandtschaft.


Rezension

Ist eine gewalttätige Familienstruktur eigentlich vererbbar? Als Marie geboren wird, sieht alles danach aus. Nur weil die Muttermilch gewinnbringend verkauft werden kann, darf Marie noch ein paar Monate gestillt werden. Als das vorbei ist, leidet Marie. Schlimm vernachlässigt sitzt sie bei jedem Wetter im Kinderstall im Garten ihrer Tante, denn ihre Eltern sind auf dem Feld. Ein stumpfes Umfeld, Worte sind kostbares Gut für die wissbegierige Marie. Die Annäherung zur Tante geschieht ganz zart, weil Tante Greta als stumm im Dorf verlacht wird. Claudia Schreibers Roman erzählt vom richtig trüben Landleben. An einigen Stellen stereotyp, Passagen erinnern an erotische Geschichten, wie man sie (nur) aus dem Internet kennt. Gewalt findet selbstverständlich ihren Platz in diesem Roman. Das erschüttert und verhilft dem Roman dadurch doch zu einem Belang: Greta und Marie fordern ihren Anteil an Mitbestimmung, Bildung und Unversehrtheit ein. Und ihr Recht auf einen eigenen, blühenden Garten!

Geeignet im ländlichen Raum, für Menschen, die vor expliziter Gewaltschilderung nicht zurückschrecken. Diese erfolgreiche Autorin stößt sicherlich auf Interessierte.

Rezensent: Lea Klischat


Personen: Schreiber, Claudia

Schlagwörter: Familie Gewalt Garten Provinz

Schreiber, Claudia:
Goldregenrausch : Roman / Claudia Schreiber. - Zürich : Kein & Aber, 2018. - 238 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-0369-5783-8 geb. : EUR 22.00

Zugangsnummer: 2014/6471
Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik, Sammlungen - Signatur: Schre - Buch