Herrmann, Elisabeth
Zeugin der Toten Kriminalroman
Buch

Thriller um die verschwundenen "Rosenholz"-Akten mit den Klarnamen der Stasi-Agenten im Westen.


Rezension

Judith Kepler arbeitet als Cleanerin, d. h. sie reinigt Tatorte, nachdem die Polizei ihre Untersuchungen abgeschlossen hat. Fast zufällig gerät sie in den blutigen Kampf mehrerer Geheimdienstagenten, die Akten aufspüren wollen. Nach und nach stellt sich heraus, dass Kepler unfreiwillig selbst verwickelt ist, denn nach der Erschießung ihrer Eltern 1985 kam sie als Kind unter falschen Namen in ein rigides Heim in der DDR, aus dem nach der Wende ein Altersheim wurde. So verknüpft sich Keplers Suche nach ihrer wahren Identität mit der Auseinandersetzung von Agenten von BND und CIA, die mit früheren Stasiagenten um die Akten kämpfen. Der spannende Thriller gibt ein gut recherchiertes Porträt von Geheimdienstarbeit mit einem genauen Blick auf die deutsch-deutschen Beziehungen in den letzten Jahren der DDR, aber auch auf die heutige Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit in West und Ost. Die differenzierten Charakterisierungen, besonders der Hauptfigur, überzeugen.

Der außergewöhnliche Thriller dürfte wegen seiner Thematik ein breites Publikum ansprechen und sollte auch von kleineren Bibliotheken angeschafft werden. Breit empfohlen. (2013 für das ZDF verfilmt mit Anna Loos als Judith Kepler.)

Rezensent: Peter Bräunlein


Personen: Herrmann, Elisabeth

Schlagwörter: DDR Geheimdienst

Herrmann, Elisabeth:
Zeugin der Toten : Kriminalroman / Elisabeth Herrmann. - Berlin : List, 2011. - 428 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-471-35037-9 geb. : EUR 19.99

Zugangsnummer: 0002/8564
Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik, Sammlungen - Buch