Durchfahrtsland
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DURCHFAHRTSLAND ist ein Heimatfilm über die fremde Welt vor der eigenen Haustür. Nur 20 Straßenbahnminuten sind es vom Kölner Dom bis ins Vorgebirge. Die Anhöhe in der niederrheinischen Bucht ist eine dieser Gegenden, durch die man fährt, um anderswo einen Ausflug zu machen. Sie ist weder städtisch noch richtig ländlich, aber auf jeden Fall zersiedelt: Einfamilienhaus reiht sich an Einfamilienhaus. Schillernd wird es hier nur nachts, wenn die Ölraffinerien am Rhein gespenstisch leuchten. Herausragende Sehenswürdigkeiten hat das zwischen Köln und Bonn gelegene Vorgebirge nicht zu bieten, und anders als der Name vermuten lässt ist, ist es auch keinem Gebirge vorgelagert, sondern liegt am Osthang eines niedrigen Höhenrückens, der Ville, deren höchster Punkt kaum mehr als 200 Meter über den Meeresspiegel ragt.

Für seine Bewohner ist das Vorgebirge das Zentrum der Welt, in der sie sich ihren Platz erobern möchten. Was nicht immer ganz leicht ist, ganz besonders nicht für die vier Protagonisten des Films: Wilhelm Dümmer, katholischer Pfarrer, ist für die benachbarten Dörfer Emmerich und Rösberg gleichzeitig zuständig. Er möchte die jahrhundertealten Feindseligkeiten zwischen den beiden Orten beilegen, aber das ist nicht so einfach. Sophia Rey veröffentlicht im Eigenverlag Krimis, die im Vorgebirge spielen. Doch ausgerechnet ihre Mitbürger im Bornheimer Ortsteil Sechtem kommen nicht zu ihren Lesungen - vermutlich weil sie glauben, die Autorin sei durch ihre Bücher reich geworden. Mark Basinsky, kunstbegeisterter Schüler und jüngstes Mitglied eines Junggesellenvereins, träumt von einem Modedesign-Studium in Paris oder Mailand. Giuseppe Scolaro, Sohn sizilianischer Einwanderer ins Rheinland, hat sich dem Spielmannszug des Brühler Ortsteils Vochem verschrieben. Statt mit seinen Eltern nach Sizilien zu reisen, besucht er nun alljährlich das Dorf Nebelschütz im Landkreis Bautzen. Denn hier nahm die Migrationsgeschichte seines Mentors im Spielmannszug ihren Ausgang: Benno Kleber zog Mitte der 1950er Jahre aus der Westlausitz ins Rheinland und trägt nun mit regelmäßigen Besuchen in seiner alten Heimat zum deutsch-deutschen Austausch bei.

DURCHFAHRTSLAND begleitet die Protagonisten ein Jahr lang und zeichnet dabei ein sehr persönliches Porträt einer Gegend, deren Bewohner mit trotzigem Stolz ihre Rituale, Mythen und Geschichten bewahren. Auch wenn die Schmutzgürtel der Großstädte immer näher rücken.


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Schlagwörter: Heimatfilm Gesellschaft Alltag Dokus

Durchfahrtsland
Protagonist: Mark Basinsky, Hans Wilhelm Dümmer, Giuseppe Scolaro, Sophie Rey; Drehbuch: Alexandra Sell; Regie: Alexandra Sell; Stimme: Hans Schulze; Montage: Daniela Drescher; Kamera: Henning Drechsler, Justyna Feicht; Musik: Kreidler
Deutschland 2005; FSK 0; Sprachfassung: Deutsch; 1 Online-Ressource (91 min); Bild: 16:9 SD

Zugangsnummer: A81DC5543FA6
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